Als SEO Agentur in Münster werden wir immer mal wieder gefragt: „Wie funktioniert eigentlich die Google-Suche?“ Je nach Situation und Zeit kann unsere Antwort dann sehr unterschiedlich ausfallen. Denn das Thema ist komplex: Vieles ist für die Fragenden meist nicht relevant. Vieles wissen wir auch einfach nicht mit Sicherheit.
Das macht eine schnelle Übersicht nicht einfach. Wir haben ein zumindest grobes Modell der Prozesse hinter der Google-Suche bisher immer vermisst. Gerade für die interne Weiterbildung, für Seminare und Hilfen von Studierenden wäre eine visuelle Stütze eine echte Hilfe.
Also wurden wir selbst mutig. Unser SEO-Consultant Sebastian Slawik hat sich hingesetzt und unseren Wissensstand dazu, wie Google arbeitet, was wir davon kontrollieren können, was wir sehen und was wir vermuten, in eine einzige poster-taugliche Infografik gepackt.
- Ist das "Die Wahrheit über Google"? - Nein. Es ist ein Modell voller Vermutungen.
- Ist es eine hilfreiche Orientierung und Gedankenstütze? - Wir hoffen es.
- Darf die Grafik geteilt und verbreitet werden? - Gerne gemäß CC BY-NC-ND 4.0
und wir freuen uns über einen Link zu online-profession.de.
- Kann man die Grafik als Poster von uns bekommen? - Natürlich, sogar kostenlos. Sendet uns unten gerne eine Nachricht.
Wie funktioniert die Google-Suche? by Sebastian Slawik is licensed under CC BY-NC-ND 4.0
Hintergründe zur Grafik
Diese Infografik ist eine starke Vereinfachung. Ein Modell. Es bildet in übersichtlicher Form unseren Wissensstand und Vermutungen mit Stand Frühjahr 2022 dazu ab "wie Google funktioniert", genauer die Google-Suche.
Dabei wollen wir ehrlich sein. Nur einige Elemente in diesen Prozessen können wir tatsächlich direkt beeinflussen (blaue Markierungen). Bei manchen können wir, oft über die Google Search Console, Ergebnisse und Zwischenstände ablesen (gelbe Markierungen). Bei den meisten wissen wir nur, dass es sie gibt (lila Markierungen) und schon die Verbindungen unter ihnen sind Annahmen.
Unsere Ziele hinter der Grafik
Unser erstes Ziel bei dieser Grafik ist es, ein Gefühl für die vielfältigen Prozesse zu geben, die hinter der Google-Suche stehen. Zu zeigen, dass es nicht mehr "Den Google-Algorithmus" gibt, sondern ein Netz verschiedener Funktionen, die selbst als vereinfachte Übersicht ein veritables Geflecht aus Verbindungen haben. Wir wollen helfen, bestimmte Begriffe und Abläufe in ein großes Gesamtbild einzuordnen.
Ein zweites Ziel ist, dass die Übersicht auch als DIN-A0-Poster funktioniert. Deshalb sind die Vernetzungen der Übersicht linearisiert und wir haben einen "Hauptweg" mit dickeren Pfeilen hervorgehoben, der von einem SEO-Start zu einem SEO-Ziel führt. In der ganzen Grafik kreuzen sich nur an einer Stelle Kanten/Pfeile.
Herausforderungen
Es war eine echte Herausforderung, möglichst viele Funktionen zu zeigen, ohne Aussagekraft zu verlieren. Die Prozesse und Elemente sind deshalb auch nicht komplett abgebildet. Speziell im Element "Indexing" haben wir uns entschieden, nur zwei Beispiele aufzuführen, die gut zeigen, wie im Indexing Daten aus mehreren Quellen zu gut speicherbaren Werten und Vektoren kombiniert und umgewandelt werden.
Und dann ist da noch die Black Box im Scoring: Welche dieser Werte bei welchen Suchanfragen verwendet werden, um die passenden Suchergebnisse zu finden und wie sie gewichtet werden, um die Suchergebnisse anzuordnen, wird wohl auch in Zukunft Googles Betriebsgeheimnis bleiben. Deshalb sind die Black Boxes auch mit Fragen beschriftet.
Es gibt natürlich auch Annahmen dazu und Studien zu "Rankingfaktoren", aber da wollen wir uns ganz bewusst nicht noch weiter aus dem Fenster lehnen. Für die Aussage des Posters mit der Skizze der Abläufe hinter der Google-Suche sind konkrete Rankingfaktoren auch schlicht nicht relevant.
So funktioniert die Google-Suche: Crawlen, Indexieren, Ranken
Die grundsätzlichen Arbeitsbereiche von Suchmaschinen gehören zum SEO-Grundwissen: Suchmaschinen wie Google nutzen sogenannte Crawler, die durchgehend das Internet abgrasen und Inhalte und Daten von Webseiten erfassen. Bereits hier kann viel schiefgehen und SEO bedeutet oft, die Grundlagen für die Datenerfassung durch Suchmaschinen zu ermöglichen und zu erleichtern. Hier sind auch die meisten direkt wirksamen SEO-Maßnahmen beheimatet. Die in diesem ersten Schritt, dem Crawlen oder Crawling, erfassten Daten haben aber noch keine Aussage, sind schwer zu durchsuchen und brauchen viel Speicher.
Um die Crawl-Daten für die Suchmaschinen nutzbar zu machen, müssen sie auf bestimmte Weisen in Kennwerte umgewandelt und im sogenannten „Index“ gespeichert werden. Dieses Indexieren oder Indexing war die erste Innovation von Google: Suchanfragen wurden nicht auf „das Internet“ angewendet, sondern auf eine nach URL gespeicherte Matrix aus Werten und Vektoren, die aus den Crawl-Daten erstellt wurden, schnell durchsuchbar sind und eine Aussage über Relevanz und Qualität zulassen. TF*IDF und Core Web Vitals sind dafür gute Beispiele. Da nach dem eigentlichen Indexing, der Umwandlung von html-Inhalten in weitgehend unbekannte Google-interne Daten, nicht mehr direkt mit den Webseiten gearbeitet wird, sind danach direkte Aussagen schwierig.
Die dritte Phase ist die eigentliche Suche, das Entgegennehmen von Suchanfragen, der Versuch sie "zu verstehen", um dann passende Suchergebnisse auf Basis der indexierten Webseiten auszugeben. Während Webseitenbetreiber und SEOs eigentlich nur interessiert, warum was ganz oben in den Suchergebnissen angezeigt wird, arbeiten sich Suchmaschinen eher an Schnelligkeit und dem Erfassen von Suchintention und Mehrdeutigkeiten der Sucheingaben ab: Hier geht es um Millisekunden. Das eigentliche Scoring, bei dem je nach erfasster Suchintention und anderen Faktoren unterschiedliche Werte aus dem Index ausgewählt und unterschiedlich gewichtet die Auswahl und Reihenfolge der Suchergebnisse ermitteln, können auch viele Mitarbeiter bei Google nicht in Gänze nachvollziehen. Hier werden beständig Tests und Änderungen durchgeführt, aber kaum grundlegende Änderungen.
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Grafik und Poster stehen unter Creative Commons Lizenz CC BY-ND: Namensnennung - Keine Bearbeitung. Bei digitaler Verwendung bitten wir um einen Link zu Online-Profession.
Natürlich dürft ihr die Grafik auch selbst als Poster ausdrucken. Ihr bekommt sie aber auch gerne in voller Glorie als DIN-A0-Poster von uns. Schickt uns einfach über das Formular eine Nachricht.
Habt ihr weitere Fragen und Anmerkungen zur Übersicht, dann diskutiert gerne mit uns in Kommentaren hier oder auf anderen Plattformen. Wir wissen, dass das Ergebnis nicht perfekt ist, glauben aber, dass es seinen Zweck gut erfüllt und lernen gerne dazu.
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Martin Witte ist Gründer und Geschäftsführer von Online-Profession. Seit über 25 Jahren begleitet er Unternehmen bei SEO, Shop-Optimierung und KI-gestützter Suche. Er unterrichtet an Berufskollegs und ist Initiator und Veranstalter der Online-Marketing-Konferenz Münster (OMKMS).
